Norwegen –
Im Land der Glücklichen

Zwölf Mal in Folge wurde Norwegen zum lebenswertesten Land der Welt gekürt. Die Süddeutsche Zeitung vermutete sogar, dass hier der Liebe Gott zu Hause sei. Zeit, einmal nachzuschauen …

Schon beim Packen wird klar, dieser Trip wird anders. Neben Bikini und Flip Flops stapeln sich dicke Wollpullover, eine Re­genjacke und feste Wanderschuhe. Die Wettervorhersage für Ålesund am kommenden Montag reicht konkret von 5 Grad Minimum bis 24 Grad Maximum, Sonne und Regen.

Als ich mit 40 Minuten Verspätung in Oslo lande, fühlt es sich erst einmal nicht so an, als wäre ich beim Lieben Gott auf Wolke 7 gelandet, sondern direkt in der Zukunft. Licht­durchflutete Gänge mit grauen Marmorböden, über mir ein kühn geschwungenes Holz-Dach, kaum Passagiere und kein Bodenpersonal. Hier funktioniert alles per Computer.

Schön anzusehen, aber ich muss hier erst mal klarkommen. Zumal ich gerade dabei bin, meinen Anschlussflug zu ver­passen. Online-Check-In ist nicht mehr möglich. Pech ge­habt, sagt das System. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Auf dem Weg zum Gate sitzt ein älterer Herr in einer Reihe verwaister Counter. Eigentlich sieht er gar nicht zuständig aus aber einen Versuch ist es wert. Ich schildere mein Prob­lem und prompt setzt er sich in Bewegung. Er ruft das Gate an, macht mir schnelle Beine, regelt das.

Willkommen in Norwegen, hier menschelt es trotz allen Fortschritts. Dieser Mann hat mich nicht nur auf den An­schlussflieger gepackt, zum Abschied steckt er mir ein Stück Konfekt zu. Handgemacht von seinem Schwiegersohn, der betreibt eine Bonbonmacherei in der Stadt.

In Ålesund an der Westküste Norwegens angekommen, geht es genau so freundlich weiter. Eine nette Blondine steht schon parat und umarmt mich, «You must be Stephanie». Das passt mir gut, bin ja auch so ein Umarmer.

In den nächsten drei Tagen bin ich in der Obhut der Familie Flakk. Diese Gastgeber sind etwas Besonderes. Ihr Vermö­gen haben sie mit Strickwaren gemacht – mit klassischen Norweger-Pullis und Unterwäsche aus feinster Merino-Wol­le. Die Firma hatte ihren Hauptsitz in Ålesund und war dort der größte Arbeitgeber. Unter dem Druck der globalen Welt wurde die Produktion irgendwann nach Litauen verlegt. Bis hierhin eine ganz normale Story. Aber: Das Ehepaar Knut und Line Flakk war seiner Heimat so sehr verbunden, dass es für Ålesund einen Plan B entwickelte. Sie wollten neue Arbeitsplätze schaffen, die auch in Zukunft nicht verlegbar sein werden, so begann ihr Abenteuer Hotellerie.

Drei 5-Sterne-Hotels, vier Boote und neun Helikopter ge­hören mittlerweile zum Projekt 62°North. Dieser Plan war 2006 auch ambitioniert, da Norwegen bis dato berühmt für seine Natur aber auch für sehr rustikale Unterkünfte war. Das «Projekt» ist heute Arbeitgeber von über 150 Menschen und Ålesund ist ein begehrtes Urlaubsziel für anspruchsvol­le, aktive Weltenbummler geworden. Heute bin ich einer von ihnen und finde mich zwei Stunden nach meiner Ankunft schon auf einem Fischkutter wieder. Alles wie im Bilderbuch: Das Schiff ist leuchtend weiß gestrichen, die hölzernen Bodenplanken sind frisch geschrubbt und Per Ove, der Kapitän, ist mit seinem wettergegerbten Gesicht ein richtiger Seebär. Nur ich passe da nicht ins Bild, in einem dicken XXL-Overall der Fischer sehe ich aus wie das Michelin-Männchen.

Mit von der Partie auf dieser Reise sind fünf Kollegen, Reisedesigner aus aller Herren Länder. Darunter auch Annette aus Russland, mit der ich schon viele dieser «Check-Reisen» unternommen habe. Wir tuckern los, fahren an den Inseln vorbei auf das Meer hinaus, der Freiheit entgegen. Doch auch der Blick zurück, auf den Eingang des Geirangerfjord, ist atemberaubend. Diese Landschaft gehört mit ihren zerklüfteten Bergen, die bis zu 2’000 Meter hoch direkt aus dem saphirblauen Wasser ragen, zu den schönsten Orten, die Norwegen zu bieten hat, und steht deshalb seit 2005 auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste.

Die schneebedeckten Gipfel des Hjørundfjords, die von der Abendsonne beschienen golden strahlen, setzen dem ganzen noch die Krone auf. Ich bin fassungslos über so viel Schönheit. Annette reißt mich mit einem Jubelschrei aus meiner Verzückung. Sie hat es nicht so mit der Andacht, sie ist eine Frau, die gerne mit anpackt und alles ausprobiert. Mit Per Ove steht sie an der Reling und hält eine Leine in der Hand. «Da hat was angebissen», ruft sie mir zu und zieht mit einem Ruck sechs Seelachse an Deck … sehr zur Freude des Kapitäns, der gleich anfängt, sein Abendessen vorzubereiten. Die Innereien wirft er über Bord, wo sie noch im Flug von den hungrigen Möwen, die unserem Boot jetzt in Scharen folgen, aufgefressen werden. Ich wusste gar nicht, wie einfach Fischen ist! Leine mit funkelnden Metallfischen runterlassen, ein bisschen warten, hochkurbeln, voilà.

Der erste Tag in «Gottes Land» war schon mal gut. Nach einem Gourmet-Dinner im Hotel Brosundet sinke ich glücklich in mein gemütliches Bett unterm Dachgiebel und schlafe schnell zum Plätschern des Wassers an der Hafenmauer ein. Tag zwei beginnt mit einem Rundgang durch das malerische Ålesund, das sich über mehrere Inseln streckt.

Seine besondere Architektur hat das Städtchen im Grunde einem schrecklichen Unglück zu verdanken: Am 23. Januar 1904, um zwei Uhr nachts, saßen in der alten Konservenfabrik neben der Kapelle einige Männer zusammen und tranken um die Wette. Eine Karbidlampe stürzte vom Tisch. Kurz danach standen erst das Haus und dann die ganze Ortschaft mit 800 Häusern in Flammen. Dass die Stadt dann schnell und außerordentlich prunkvoll, im feinsten Jugendstil, wieder aufgebaut wurde, hat Ålesund nicht zuletzt Wilhelm II. zu verdanken. Der letzte deutsche Kaiser war ein großer Norwegen-Fan und machte hier auf seinen alljährlichen Nordlandfahrten im Sommer Station. Diese Urlaube zählen zu den bizarrsten und exotischsten Episoden seiner Regentschaft. Sie ließen den Norwegen-Tourismus der Deutschen boomen: Hielt Wilhelm sich in den Fjorden auf, waren alle Kreuzfahrtschiffe ausgebucht, nach seiner Abreise war die Saison beendet. Als Wilhelm II. damals vom Brand in Ålesund hörte, wollte er sofort helfen. Nur drei Tage nach der Katastrophe traf eine Flotte mit vier Kriegsschiffen aus Bremerhaven und Hamburg ein. An Bord waren Decken, Zelte, Lebensmittel, Medikamente, Ärzte und sogar ein mobiles Krankenhaus. All das soll der Kaiser von seinem Privatvermögen bezahlt haben.

Nach einem Fotostopp am pittoresken Leuchtturm von Molja, den man übrigens für eine Nacht mieten kann (er besteht aus einem Doppelbett im ersten Stock und einem Minibad im Parterre), geht unser Abenteuer weiter mit einem wilden Ritt auf dem RIB Boat, einem superschnellen Schlauchboot mit festem Rumpf, das beim Fahren vorne abhebt.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, kennt man mich, dann weiss man: Ich bin ein kleiner Kontrollfreak und eine schlechte Beifahrerin. Die Kollegin aus Moskau spricht mir gut zu. Seis drum, wenn Kinder ab zehn Jahren mitfahren können, dann kann ich das auch. Und tatsächlich, als wir mit 100 Sachen über den spiegelglatten Atlantik fliegen, ist die Angst wie weggeblasen. Wir jagen über das Meer, vorbei an einsamen Inseln bis nach Runde. Das Eiland hat gerade mal 100 Einwohner, doch jedes Jahr zur Brutsaison von Februar bis August erobern mehr als 500’000 Vögel die grünen Felsen. Vom Eissturmvogel, über den Basstölpel bis zum Papageientaucher. Diese Tiere bieten uns eine hinreißende Unterhaltungsshow: Mit ihrem kräftig roten Schnabel und dem markanten schwarz-weißen Gefieder erinnern sie mich an Harlekine. Unermüdlich fliegen sie mit der Nahrung für ihre Jungen in die Höhlen im zerklüfteten Vogelfelsen.

Seeluft macht hungrig. Wir landen auf Skotholmen, einer Nachbarinsel, in the middle of nowhere. Dort, im Kami, wartet schon der Küchenchef Magnus Bergseth mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die verspiegelte Sonnenbrille in den braunen Locken krempelt er die Arme hoch, wetzt die Messer und holt einen prächtigen Dorsch aus einem Eiskübel, der in der Küche steht. Früher war das hier eine Heringsfischerei, heute ist die alte Lagerhalle ein Restaurant für Liebhaber von frischem Fisch.

Und der Mann kann kochen wie ein Star, die Krabbensuppe ist ein Gedicht, der Fisch zum Hauptgang auch. Zum Restaurant gehört auch ein Maskottchen, eine fast zahme Möwe, die sich vor dem Fenster platziert und interessiert beim Anrichten der Leckereien zuschaut. Sie heißt Astrid und weiss genau, dass es nach unserem Dessert auch für sie noch ein Mittagessen geben wird.

Zurück in Ålesund gehen wir dann in die Luft. Überraschung, die Reise geht weiter per Helikopter, wieder ein kleiner Härtetest für mein Kontrollzentrum, aber dank dem fantastischen Wetter und dem Sitz neben dem Piloten ist dieser 20-minütige Flug nach Norangsdal ein Genuss. Von oben sieht man, wie die Fjorde langen Fingern ähnlich aus dem blau-grünen Wasser in das Landesinnere hineinragen. Wir sehen grüne Almwiesen mit verlassenen Berghöfen und Wasserfälle, die in die Tiefe stürzen.

Die Fjorde sind einst durch Talgletscher entstanden. Das Eis führte große und kleine Gesteinsbrocken mit sich, vertiefte und verbreiterte so die schon bestehenden Flüsse, so dass das Flusstal seine typische U-Form erhielt. Als dann am Ende der letzten Eiszeit der Meeresspiegel anstieg, strömte zusätzlich Wasser in die Täler und füllte die Gräben auf, die so tief sind, dass selbst Kreuzfahrtschiffe bis zum Ende vieler Buchten fahren können. Norangsdal ist berühmt. Eingerahmt von eindrucksvoll gezackten Berggipfeln, war das winzige Örtchen schon immer Inspiration für weltberühmte Künstler und Schriftsteller wie Karen Blixen, Knut Hamsun and Sir Arthur Conan Doyle. Auch die Royals machten es sich hier regelmäßig nett, residierten im Hotel Union Øye. Kaiser Wilhelm II. gehörte zu den Stammgästen. Morgens liebte er Frühsport mit Gymnastik, bei dem er seinen Mitturnern wohl gerne schon mal die Hosenträger durchschnitt (etwas seltsamer Humor), abends am Kamin wurden dann Intrigen gesponnen.

Die zwölf Suiten im Union Øye sind nach diesen Persönlichkeiten benannt. Dreimal dürfen Sie raten, welcher Promi einst in meinem Zimmer nächtigte. Richtig! Der Kaiser! Das Himmelbett ist eher klein und knarrt ein bisschen, aber immerhin mit kaiserlichem Wappen. Das Badezimmer wird von einer XXL-Badewanne geschmückt, ein Ungetüm auf vier goldenen Löwentatzen.

Das charmanteste war wieder einmal die Begrüßung; bei Anflug stand eine norwegische Schönheit in Landestracht bereit und strahlte übers ganze Gesicht: Mariann. Und auch hier wieder erst einmal eine dicke Umarmung («You must be Stephanie»). Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist tatsächlich ernst gemeint. Die nächsten 24 Stunden ist sie immer lachend und aufmerksam für uns da, und das alles, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Auch Marianns Geschichte ist leicht bizarr. Das Hotel gehörte ihrem Vater, der verkaufte an Familie Flakk, sie wurde quasi mitverkauft und war mit 21 Jahren die jüngste Hoteldirektorin Norwegens. Das Union Øye ist ihr Baby, sie gehört quasi zum Inventar und scheint auch ein bisschen Narrenfreiheit zu haben. Erst vor kurzem kaufte der Eigentümer einen wundervollen Oldtimer, einen Lasalle von 1930 – bordeauxrot mit beigefarbenem Faltdach –mit dem düst sie jetzt über die Insel.

Tag drei, wieder ein Highlight. Bei strahlendem Sonnenschein, so warm, dass man in T-Shirts bereits schwitzt, geht es auf die Kajaks. Die Sonne lacht, trotzdem ist das Wasser kalt. Eisig kalt. Kollegin Annette verspricht, dass ich mir keine Sorgen machen muss, da sie im letzten Leben eine Kajak-Olympionikin war. Also gut, Rettungsweste an, rein ins Kajak, los in den Fjord. Umrahmt von einer Bilderbuchlandschaft, die schöner nicht sein kann, paddeln wir los. Die Glückshormone tanzen Tango. Ich verstehe das mit dem lebenswertesten Land jetzt besser; diese Natur ist unglaublich, reinste Luft, das Wasser tiefblau und sauber, die Menschen liebenswert, hier kann man es gut aushalten. Wir lassen uns treiben und genießen, keiner sagt was, jeder sinniert vor sich hin. Auch der Gastgeber lächelt versonnen, er freut sich, dass alle seine Pläne aufgehen. Nicht bei jeder Reise nach Norwegen ist der Wettergott so gütig.

Als wir mit den Kajaks anlegen, wartet die kleine Yacht bereits und es geht entlang der endlosen, einsamen Fjorde weiter zum dritten Hotel: Storfjord bei Glomset. Ein Boutiquehotel am Waldrand mit Blick übers Wasser, ein perfekter Ort, um ein paar Tage zu entspannen. Da wir hier nur eine Nacht sind, testen wir gleich alles im Schnelldurchgang und sitzen kurze Zeit später im Outdoor-Jacuzzi mit einem kalten Getränk, Geschäftsreisen machen Spaß.

Dazu gibt es dann noch eine Lektion in Sachen Norwegen und Transparenz. Ich treffe Tjorven, eine allein reisende Bibliothekarin und Mutter von drei Kindern. Bei einem Glas Weißwein – dazu gibt es würzige Elchsalami und hauchdünnes Flatbrød – kommen wir ins Reden. Darüber, dass der Reichtum des Landes (das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei monatlich EUR 4’600) nicht zuletzt den großen Ölvorkommen zu verdanken ist, die eigene Energieversorgung aber zu 99 Prozent über Wasserkraft läuft. Über das Gesundheitssystem (es gibt nur eine staatliche Krankenkasse, in die alle einzahlen), darüber, dass es hier, im hohen Norden, verpönt ist, seinen Reichtum offen zur Schau zu stellen und dass die Steuerbehörde jeden Herbst sämtliche Steuerdaten aller Bürger öffentlich macht. Mit ein paar Klicks können die Norweger nicht nur die Einkommensverhältnisse von Politikern, Schauspielern und Industriellen checken, sondern auch nachschauen, ob der Nachbar sein neues Boot aus versteuertem Einkommen bezahlt hat oder dafür in seinen Sparstrumpf greifen musste. Das muss man sich mal vorstellen! So eine Transparenz wäre in Deutschland undenkbar! Die Norweger dagegen finden nichts dabei.

Nach drei Tagen geht die Entdeckung per Mietwagen in Richtung Süden weiter. Annette ist für die Navigation zuständig, ich bin die Fahrerin. Bei den pittoresken Überlandfahrten kommt man nicht ganz ohne Konzentration aus: Viele Straßen sind extrem schmal, also einspurig, und in Norwegen herrscht das Höflichkeitsprinzip. Das klappt unter den Einheimischen prima, man munkelt, mit den deutschen Wohnmobilfahrern eher nicht. Schaut man auf die Landkarte, glaubt man eigentlich nicht, dass man hier überhaupt Auto fahren kann, da überall Fjorde die Straßen kreuzen, aber das haben die Norweger schlau gelöst mit zahlreichen Fähren und Tunneln. Die Fähren fahren regelmäßig, eigentlich mussten wir (in der Nebensaison unterwegs) nie mehr als zehn Minuten warten. Die Tunnel dagegen haben es in sich. Der längste Straßentunnel verbindet die Gemeinden Aurland und Lärdal und ist 24,51 Kilometer lang. So lange in einer dunklen Röhre zu fahren, das ist schon ein wenig unterirdisch.

An Tag sechs der Reise erreichen wir Bergen. Die kleine Stadt ist malerisch mit ihren bunten Holzhäusern und im Sommer Anziehungspunkt aller Kreuzfahrtschiffe in Norwegen.In der Vorsaison ist der Ort mit Sonne wirklich sehenswert, im Hochsommer eher ein kurzer Stopp am Ende einer Rundreise.

Hier wartet allerdings die dickste Umarmung: Alf, der Eigentümer und Kapitän der Yacht, die schon ganz viele C&M-Kunden glücklich durch die einsamen Fjorde geschippert hat, drückt mich, bis mir die Luft ausgeht. Was für ein Urgestein! In Norwegen heißt er nur «Oyster Dundee» und der Spitzname ist schnell erklärt. Alf betreibt seit Jahren das erfolgreichste Fisch- und Austernrestaurant Norwegens und ist ein wettergegerbter Seebär. Das Meer ist sein Element – alles, was damit zusammenhängt, die Natur, die Fische, die Brise, der Sturm und auch die Ruhe danach, dafür lebt er. Was für uns vielleicht das Auto in der Garage ist, das ist für ihn sein Boot. Es «parkt» am Anleger vor seiner Terrasse, sodass er es auch abends sehen kann.

Wir verbringen einen Tag auf dem Wasser mit Alf und seiner charmanten Tochter Karianne, die jetzt als nächste Generation in das Business einsteigt. Es gibt eine Aufbruchsstimmung in Norwegen für exklusive, außergewöhnliche Hotellerie-Konzepte. Zwischen Austern, Dorschen und Krabben diskutieren wir über Glamping-Zelte und Gastfreundschaft. Das ist insofern lustig, als dass der Norweger an sich es mit dem «Dienen» nicht so hat. Dem Gast den Koffer aufs Zimmer zu tragen, finden sie hier eher ungewöhnlich.

Spätabends holt mich die Realität dann im Hotel in Bergen wieder ein: Scandinavian Airlines streikt morgen, auch ungewöhnlich, das machen die sonst nie. Das heißt für mich, umdisponieren – es wird ein langer Tag von Bergen bis nach Frankfurt über Amsterdam. Macht nichts. Bei fünf Stunden Transit in Holland habe ich Zeit, um alles aufzuschreiben. Und da sitze ich jetzt im geschäftigen Flughafen Schiphol, alles rennt und hastet. Trotzdem kann mich das nicht aus der Ruhe bringen. Ich komme ja aus dem Land, wo Gott wohnt, sehe immer noch diese wahnsinnige Natur vor mir, genieße einen leichten Sonnenbrand und habe Muskelkater von den innigen Umarmungen. Schön war’s!

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