PURA VIDA IN COSTA RICA

3

Das Gute am Jetlag Richtung Latein Amerika ist, man erlebt den Sonnenaufgang hellwach. Bewaffnet mit einer richtig guten Tasse Kaffee schaue ich vom Bett auf die dazu passende Plantage. Während in Deutschland der Sonntagnachmittag eingeläutet wird ist in Costa Rica Ortszeit 05.30 Uhr. Jeder Morgen ist hier grünes Kino. Geweckt werde ich täglich von einem Tierkonzert.  Im Dschungel laut, fremd und eindrucksvoll, da bellen auch Affen und Frösche machen auf Posaune, hier auf der Kaffeeplantage ist es eher ein liebliches Vogelgezwitscher. Der Blick vom Bett ist immer eine grüne ‚Hölle‘, und vor meinem Fenster blühen heute auch noch tiefrote Blüten um die Wette und kleine Kolibris düsen von Kelch zu Kelch. Es ist Regenzeit in Costa Rica, morgens scheint die Sonne und mittags Punkt 15.00 Uhr regnet es cats and dogs, irgendwo muss das satte Grün ja herkommen.

IMG_0668

Nach drei Tagen habe ich schon ein bisschen eine Idee wie die hier ticken, aber noch keinen Überblick. Die Menschen sind liebenswert, offen, kommunikativ und ihr Carpe Diem heißt ‚pura vida‘ das wird auch bei fast jeder Begrüßung oder Feststellung hinzugefügt. Good morning pura vida, that’s great pura vida, enjoy your dinner pura vida, oder einfach nur: Stephanie-pura vida.

Und, in Costa Rica werden die Zähne mit Inbrunst geputzt, egal auf welche Toilette man kommt, Herren oder Damen, Restaurant oder Bahnhof, irgendeiner putzt immer. Die Zahnbürste gehört neben Haustürschlüssel und Handy selbstverständlich zur Tagesausstattung.

Mein Einstieg nach 15 Stunden Anreise war sanft und unspektakulär in einer Öko Lodge, zwei Stunden von San Jose entfernt, mit Whirlpool, Massage und Malkurs:-) Am Freitag wurde es dann aufregend: Anreise per Rafting, das liest sich vor Anreise ok, wenn man dann aber am Fluss steht, die Wellen sieht und dem Sicherheitstraining beiwohnt, dann steigt der Blutdruck.

„Ok ladies, today we have a rafting of level two till three. Tomorrow it will go up till five.“ Hmmm, die Begeisterung hielt sich in Grenzen, uns war schon Level drei als Einstieg genug. Behelmt und in dicken Westen verpackt ging es dann los in die Schaumkronen, fühlt sich so ein bisschen an wie das letzte Stück der Wildwasserbahn im Freizeitpark Rust, das allerdings dann durchgehend. Unser Instruktor machte das richtig gut, nach drei großen Stromschnellen war genug Vertrauen und Selbstbewusstsein vorhanden, wir paddelten also nicht mehr um unser Leben sondern für den Sport. Zwischendurch gab es eine Einführung in die Tierwelt (die haben Spinnen so groß wie Tellerminen) und einen Abstecher zu Fuss zum Bad im Wasserfall, phänomenal.

Man landet dann quasi an der Lodge an, und die ist so unglaublich gelungen, dass wir alle augenblicklich den Planer dieser Onsite verfluchten, nur eine Nacht im Paradies, wie schade. Anyhow, 20 Bungalows, direkt am rauschenden Fluss oder versteckt im Hang wunderschön und romantisch gemacht, sagenhaft. Meine Bela Vista Villa lag mitten im Urwald mit Blick in den üppigen Regenwald und den schäumenden Parcuare Fluss. Planschpool und Hängematte auf der Terrasse, himmlisches Himmelbett, ein Bad so groß wie mein Wohnzimmer zuhause und eine Outdoor Shower so groß wie mein Bad in Deutschland:-) Die Fenster reine Fliegengitter, also auch bei 30 Grad ein leichter Wind im Haus und das was krabbelt bleibt draußen.

Das Ganze ohne Elektrizität, ohne Klimaanlage und ohne Werbeprospekte am Bett, dafür 28 Kerzenleuchter und Badewanne mit Ausblick. Oh was ein Genuss, ich wollte gar nicht mehr aus der Villa raus, der beste Mittagsschlaf aller Zeiten und die angenehmste Nachtruhe begleitet vom lauten Gemurmel des Pacuare Rivers, dem urkomischen Seufzen der balzenden Riesenfrösche und dem prasselnden Regen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Kommentare ( 3 )

  • Samir says:

    Stephanie Du solltest einen Roman schreiben!

    So eine neue Ausgabe von in 80 Tagen um die Welt.

    Du schreibst du wundervoll bildhaft dass man gar nicht aufhören will zu lesen.

    Hoffe wir fahren noch mehr von deiner Reise.

  • Samir says:

    Stephanie Du solltest einen Roman schreiben!

    So eine neue Ausgabe von in 80 Tagen um die Welt.

    Du schreibst so wundervoll bildhaft, dass man gar nicht aufhören will zu lesen.

    Hoffe wir fahren noch mehr von deiner Reise.

Leave A Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *