The big blue!!!

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Es war ein langer Ritt: Erst Indien, dann dreimal umsteigen, eine Nacht in Bali, noch eine Stunde Flug, dann Ankunft auf der Insel Flores, Stimmung leicht gereizt… Und dann, 20 Minuten später: Schuhe aus, Anker hoch und los ging’s. Der Komodo National Park in Indonesien war das Ziel, die Tiger Blue das Boot und dazu ein lang gehegter Traum, der nun Wirklichkeit wurde. Es war erstaunlich: Wasser und kleine Yachten machen aus Stress sofort Entspannung pur. Ein Urlaub auf einem Schiff ist irgendwie anders als in einem Hotel. Man hat gleich dieses Gefühl von Brise in der Nase. Schuhe, Make-up, Klamotten und Co. werden verbannt. Auf einmal zählt nur noch Freiheit, weg kommen von Uhr und Termin, bequeme Shorts und irgendwo an Deck ein bequemes Plätzchen finden, um dem Hafen und der Zivilisation zuzuschauen, wie sie am Horizont verschwinden.

Ich fühlte mich sofort großartig. Der ganze Stress der Anreise war wie weggeblasen. Kurz darauf wurde es immer einsamer, schöner und blauer. Der Komodo National Park ist ein geschütztes Gebiet, das man sich wie eine riesengroße, blaue Badewanne mit hunderten von unbewohnten Inselchen vorstellen muss. Man kann sich gar nicht satt sehen an dem türkis, hellblau und dunkelblauen Wasser. Man stellt sich bei jedem einsamen Inselstrand sofort die Landung mit Sonnenschirmen und Barbecue vor und kann gar nicht glauben, dass dort keiner ist. Eine so dramatische Kulisse schreit doch quasi nach Tourismus! Good news, diese Gegend haben noch nicht sehr viele entdeckt. Das habe ich allerdings in den letzten 20 Jahren schon öfter erlebt, in 10 Jahren gibt es hier wahrscheinlich Hotels, Beachclubs und Banana Boats. Also, warten Sie nicht zu lange.

So ein Boot mit wenigen Kabinen chartert man am besten alleine, also nur mit der Familie oder Freunden. Obwohl, an manchen Terminen kann man auf der Tiger Blue auch nur eine Kabine buchen und ich hatte dabei Glück, denn es waren drei ganz nette, interessante Pärchen mit mir unterwegs: 5 hardcore Taucher und ein Schnorchler. Aber eine Woche in Komodo ist nicht eine Woche nur für Taucher, denn man macht ebenso ganz viele Ausflüge, geht trekken, entdeckt den Komodo Drachen,  schwimmt in türkisfarbenen Wasser, macht Barbecues am Strand, liest Bücher und schnorchelt. Und ich, der Freizeitschnorchler, hatte eine ganz geringe Erwartungshaltung, schließlich bin ich schon überall rumgeschnorchelt: Malediven, Fiji und Vietnam. Das war immer irgendwie okay, aber nie erlebte ich das große „wow“.

Als ich hier in Indonesien das erste Mal den Kopf unter Wasser gesteckt habe, folgte großes Erstaunen. Das war der Hammer, es war so, als ob ein gesamter Gemüsemarkt alles zusammen auf einen Haufen schmeißt und dann bunt anmalt. Ich kannte diese Bilder nur aus dem Fernsehen, jetzt kenne ich sie live. Komodo ist eine Schatztruhe, die Korallen unberührt, alles funkelt in grün, braun, gelb, lila, pink und dazwischen tummeln sich Millionen von Nemos und Dories, es ist unglaublich. Ich wollte gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Manchmal hatte ich einen Flash beim Schnorcheln, habe darüber nachgedacht Teppichmuster zu entwerfen oder Schmuck zu designen, so inspirierend ist diese Unterwasserwelt.  Das Ganze so einfach zu entdecken, auf dem Bauch im Wasser treibend mit Schnorchel, völlig stressfrei, war traumhaft… Brauche ich einen Tauchschein?


SAMSUNG CAMERA PICTURES Und dann mein Coming out, am dritten Tag, nachmittags nochmals schnorcheln…hmmmm…why not?  Wieder das 3 D Aquarium, wieder Teppichmuster, wieder Nemos, hatte ja auch schon 4 Haifische gesehen, dann die Schildkröte, die habe ich verfolgt, das war toll, und dann auf einmal ein Schatten links in der Taucherbrille. Ich war fassungslos. Eine Gruppe von Mantarochen, jeder mindestens 3 Meter im Durchmesser, schwamm an mir vorbei. Es war wie ein Traum, die sahen so unwirklich erhaben aus mit ihrem Flügelschlag. Darüber hinaus waren es auch die größten Fische, denen ich je unter Wasser begegnet bin. Die waren irgendwie königlich, wie so eine Szene im Kloster, wenn ein vermummter Mönch durch den Säulengang schreitet. Nicht lachen, so war es wirklich. Ich habe den Turbo bei meinen Flossen angeschaltet und bin auf diese Weise 4 Minuten lang mitgeschwommen. Das war a moment of lifetime, der Muskelkater hält sich seit drei Tagen.

Danke auch an Joued Kaddachi. Das war unser Gastgeber, Tauchlehrer, Troubleshooter, Mutmacher (denke der Einsteiger Tauchkurs steht), Geschichtenerzähler und Photograph. Danke für die schönen über und unter Wasser Bilder.

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Kommentare ( 2 )

  • Doris says:

    Vielen Dank für diesen lebhaften Bericht, ich kann es mir sehr gut vorstellen. Im letzten Jahr, im Wasser von Bora Bora hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Erst ist das Herz vor Angst in die „Bikini Hose gerutscht“ und dann kam es wieder raus geschossen und hat Freudensprünge gemacht. Genieße Deine Zeit und die besonderen Erlebnisse! LG Doris

  • Stephanie Elingshausen says:

    Ja ich weiß, beim ersten Hai bin ich vor Schreck auch gleich zurück gerudert…dabei war der aus meiner Perspektive ganz klein und niedlich, bei näherem Hinsehen so gute 2 Meter.

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